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Amazon Fire Phone: Innovation am Smartphone-Markt

Seit 2009 besitze ich ein Smartphone. Damals noch ein iPhone 3GS und inzwischen ein iPhone 4S. Letzteres fängt nach nun drei Jahren langsam an zu schwächeln. Schwach ist der andauernd leere Akku und langsam laden die Applikationen, welche mangels Arbeitsspeicher beim Minimieren sofort geschlossen werden und beim wieder aufrufen auch wieder langsam laden und den Akku leersaugen. Ein Teufelskreis. Aus diesem Grund und auch aus starkem Interesse am Marktsegment behalte ich Smartphone-Entwicklungen sehr genau im Auge und lasse mich von neuen Geräten und Betriebssystem-Updates mitreißen. Wird ein neues Produkt vorgestellt werden so sitze ich wie gebannt am Live-Ticker und labe mich an jedem Informationshappen. Leider ist der Markt von den Platzhirschen Google mit Android (78,5% Marktanteil) und Apple mit iOS (14,1% Marktanteil) gesättigt und auch ein Gigant wie Microsoft hat es schwer mit Windows Phone (6,9 % Marktanteil) sich durchzusetzen. Enttäuschend dabei ist, dass hier in den letzten Jahren nur noch inkrementelle Updates vorgestellt werden und die Enthusiasten auf das „Next Big Thing“ warten.

Nun hat der große Online Versandhändler mit dem Amazon Fire Phone vergangene Nacht einen Wow-Effekt bei mir ausgelöst. Und das liegt nicht an einem besonders prunkvollen Datenblatt, welches sich mit Hardware in Form von einem Qualcomm Snapdragon 800, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, 4,7 Zoll großem IPS-Display mit 720p-Auflösung und 13-Megapixel-Kamera durchaus sehen lassen kann. Denn in diesem Smartphone steckt seit langem endlich mal wieder etwas Innovation und nutzt Amazons Stärken durch Synergien mit den Cloud-Services geschickt aus. Neu ist hierbei unter anderem ein an den Webshop gekoppelter Objektscanner Firefly und ein revolutionäres Bedienkonzept namens Dynamic Perspective.

Firefly funktioniert ähnlich wie der Musik-Erkennungsdienst Shazam, geht aber deutlich darüber hinaus. So soll das Handy beim Halten vor den Fernseher nicht nur den Titel der TV-Serie, sondern auch die Folge erkennen. Dasselbe funktioniert allerdings nicht nur mit Tonaufnahmen sondern auch mit Objekten der physischen Welt. Hierbei sendet das Fire Phone eine auf das wesentliche komprimierte Bilddatei von nur 12kb an den Amazon Cloud Server. Dieser erkennt über 100 Millionen Objekte wie z.B. Bücher oder Konsum-Artikel und verknüpft diese direkt mit dem Webshop. Bei Plakaten hingegen soll auf die Unternehmensseite weitergeleitet werden und Kunstobjekte führen zu Wikipedia Artikeln. Das auch Straßennamen, Telefonnummern und QR-Codes erkannt werden erscheint hier schon fast nebensächlich.

Dynamic Perspective erkennt mit vier auf der Vorderseite angebrachten Kameras auch im Dunkeln die Position des Kopfes und ermöglicht damit eine neuartige Form der Bedienung. Dadurch kann beispielsweise durch einen Text gescrollt werden ohne den Bildschirm zu berühren. Da das Gerät sowohl die Position des Kopfes, als auch seine eigene kennt, spielt es dabei keine Rolle ob man sitzt oder liegt. Ein anderer Anwendungsfall ist das ändern der Perspektive auf Objekte durch neigen des Geräts. Im Kontext der Karten Applikation bedeutet dies, dass man verdeckte Bereiche durch verändern des Blickwinkels freilegt und in Spielen lässt sich ein einzigartiger 3D-Effekt wahrnehmen, welcher zu neuen Spielkonzepten führt. Allgemein lassen sich viele Befehle durch Bewegungen des Smartphones auslösen und die Bedienung wird intuitiver.

Mayday bringt eine Support-Technologie auf das Smartphone, welche Unternehmen schon lange zur Unterstützung ihrer Mitarbeiter einsetzen. Hat man ein Problem mit dem Telefon oder findet eine Funktion nicht, so soll einem innerhalb von 15 Sekunden ein Amazon Mitarbeiter zur Seite gestellt werden. Der Angestellte am anderen Ende ist dabei für den Kunden via Webcam sichtbar und kann Dinge auf dem Bildschirm markieren oder das Gerät für einen selbst bedienen.

Das Amazon Fire Phone kann ab sofort in den USA vorbestellt werden und wird ab dem 25. Juli ausgeliefert. Preislich liegt die 32GB Variante bei 649$. Für den doppelten Speicherplatz fallen 100$ mehr an Angaben zu einer Verfügbarkeit in Europa hat Amazon bislang noch nicht gemacht.

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CD/DVD Herstellung

Das Premastering

Das Premastering ist der Beginn der industriellen Herstellung einer CD/DVD. Dabei werden die Daten zusammengestellt, die später auf dem Datenträger gespeichert werden sollen. Es erfolgt eine Berechnung des dazugehörigen Fehlererkennungscodes, welcher zur Beseitigung von Lesefehlern einer CD/DVD dient. Dieses spezielle Korrekturverfahren nennt sich Cross-Interleaved Reed-Solomon Code – kurz CIRC. Headerinformationen und Synchronisationsbytes werden den eigentlichen Nutzdaten beim Premastering vorangestellt.

Das Mastering

Mit Hilfe eines starken Laserstahles werden beim nächsten Schritt, dem Mastering, die Premastering-Daten auf eine Schicht übertragen, welche photoresistent ist. Danach wird ausgewaschen und versilbert. Dadurch entsteht das Glasmaster, das Negativ des Datenträgers. Meistens ist es der Fall, dass das Glasmaster mit Nickel galvanisiert wird, somit entsteht der so genannte „Vater“. Das ganze passiert vor der CD/DVD-Herstellung.

Die Pressung

In einem Spritzgussverfahren (Spritzprägen) erfolgt dann die Pressung, die eigentliche Herstellung der CD/DVD. Heißes und flüssiges Polycarbonat, das Ausgangsmaterial, wird dabei mit hohem Druck in eine Form gepresst. Die Pressmatritze, auch Stamper genannt, wird vom Glasmaster erstellt. Danach erfolgt eine Beschichtung mit Aluminium und die Versiegelung. Mehr Informationen zum Thema gibt es hier.

Was macht ein CD/DVD–Brenner und was passiert beim Brennen?

Mittels Laser im Brenner müssen die Pits (Vertiefungen) und Lands (Erhöhungen) in die Rohlinge eingebracht werden. Der Aufbau des Silberlings wird dazu leicht geändert: Es wird eine dritte, eine organische Schicht, zwischen die Reflektionsschicht und das Träger-Substrat eingebettet. Die organische Schicht wird oft auch als Dye-Layer bezeichnet und stellt eine Art Vorformatierung dar. Der Brenner hangelt sich förmlich an einer Spur (Pregroove oder Groove) entlang. Dieses dient unter anderem als Rückmeldung über die Geschwindigkeit, mit welcher der Laser über die Oberfläche der CD/DVD fährt. Da die Schreibgeschwindigkeit konstant gehalten werden muss, ist das sehr entscheidend, denn die Drosselung des Datenträgers muss von innen nach außen erfolgen.

LightScribe

Als LightScribe wird eine Technik bezeichnet, die von HP und Lite-On entwickelt wurde. Sie bezeichnet das Beschriften eines Datenträgers mit Hilfe eines Brenners. Im Gegensatz zum Labelflash-Verfahren wird dabei die Label-Seite und nicht die Datenseite der CD/DVD beschrieben. Für diese Beschriftungsart werden spezielle LightScribe-Brenner und Rohlinge benötigt. Ein Brenner der kein LightScribe unterstützt, kann nicht aufgerüstet werden. Die matten Oberflächen waren am Anfang dabei immer bronzefarben, inzwischen gibt es sie auch in diversen anderen Farbvarianten. Verbatim war der erste Hersteller, der im November 2008 die ersten Double-Layer-DVD+Rs auf den Markt brachte, welche eine LightScribe-Oberfläche hatten.

Die CD/DVD-Bedruckung

Es gibt diverse Möglichkeiten für das Bedrucken von CDs/DVDs. Ein Aufdruck kann entweder schwarzweiß oder farbig sein. Auch die Untergründe des Rohlings sind unterschiedlich, auf denen die Bedruckung stattfinden kann. Grundsätzlich sind Direktdrucke auf der silbernen Grundierung des Datenträgers möglich, es kann aber vor dem Druckvorgang auch ein weißer Untergrund aufgebracht werden.

Bei CD- und DVD-Kleinauflagen kann der Datenträger mit verschiedenen Verfahren bedruckt werden. Wenn die Bedruckung schwarzweiß oder farbig sein soll, so steht entweder der Inkjetdruck oder der ThermoReTransferdruck zur Verfügung.

Inkjetdrucken, die preisgünstigere Variante, ist bei Datenträger-Bedruckungen vor allem für einfache Motive (z.B. Texte, Logos, helle Motive und kleine Fotos) geeignet. Der Druck findet dabei auf weißem Untergrund statt.

Die Bedruckung mit einem ThermoReTransferdruck kann mit einem CMYK-Vierfarbdruck oder einfarbig Schwarz erfolgen. Diese Art ist mit einem Offsetdruck bzw. Siebdruck vergleichbar. Gedruckt wird entweder auf silbernem oder weißem Untergrund.

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Thermotransferdrucker liefern beste Druckergebnisse

Zum Bedrucken von Papier und anderen Materialien existieren verschiedene Druckverfahren und entsprechende Drucker. Besonders weit verbreitet sind Tintenstrahldrucker und Laserdrucker. Viele Druckverfahren basieren auf mechanischen Prinzipien und übertragen die Farbpigmente durch Anschlag oder Anpressen auf das zu bedruckende Medium. Daher leitet sich die Bezeichnung für den Druck und für den Vorgang Drucken ab. Nicht so der Thermotransferdruck.

Was unterscheidet den Thermotransferdruck vom mechanischen Druck?

Im Unterschied zu anderen Druckverfahren spielen beim Thermotransferdruck zwei Elemente eine wichtige Rolle: Hitze und eine Spezialfolie. Das Drucken erfolgt nicht mechanisch, sondern durch Wärme, die in einem sogenannten Thermodruckkopf durch viele kleine Heizwiderstände erzeugt wird. Beim Thermodruck gibt es verschiedene Verfahren, darunter der Thermodirektdruck, der Thermosublimationsdruck und der Thermotransferdruck. Bei diesem speziellen Druckverfahren kommt eine Folie zum Einsatz, die mit hitzeempfindlicher Farbe beschichtet ist. Die Folie wird am Thermodruckkopf vorbei geführt. Durch die Wärme schmilzt die Farbe und hinterlässt einen Abdruck auf dem Papier. Der Druckkopf setzt sich aus einer großen Zahl von einzelnen Heizelementen zusammen. Sie können durch einen Computer einzeln angesteuert werden und punktgenau die Übertragung der Farbe veranlassen. Die Qualität des Druckbilds wird in Dots per Inch – dpi – (Punkte pro Zoll) oder in Dots Per Millimeter – dpmm – angegeben. Standard Druckqualitäten sind 6, 8, 12 oder 24 dpmm. Drucker, die nach dem Verfahren des Thermotransferdrucks arbeiten, werden oft zum Drucken von dauerhaften Thermoetiketten benutzt.

Welche Vorteile haben Thermotransferdrucker?

Das Thermotransfer-Druckverfahren zählt gegenwärtig zu den Metohoden mit den besten Druckergebnissen. Es kann nicht nur auf Papier, sondern auch auch auf bestimmte Kunststoffoberflächen gedruckt werden. Die Druckbilder sind sehr scharf und präzise, praktisch in Fotoqualität. Da die zum Drucken verwendete Farbe nach dem Abkühlen erhärtet, sind die Drucke sofort nach der Fertigstellung wischfest und können verwendet werden.

Haben Thermotransferdrucker auch Nachteile?

Der größte Nachteil sind die höheren Kosten im Vergleich zu anderen Druckverfahren, beispielsweise dem Tintenstrahldruck oder dem Laserdruck. Die höheren Kosten kommen daher, dass die zum Drucken benötigte Thermofolie nur einmal verwendet werden kann und ständig neu gekauft werden muss. Die Druckköpfe sind empfindlich gegen Verschmutzung und verschleißen relativ schnell. Alle Zwei- bis Dreitausend Druckvorgänge sind Wartungsarbeiten erforderlich. Beim Drucken bleibt auf der Folie ein Negativabdruck des Druckbilds zurück. Das kann bei sensitiven Aufträgen Probleme mit der Datensicherheit geben. Aus diesen Gründen wird der Thermotransferdruck meist nur in besonderen Fällen eingesetzt, bei denen es sich um relativ kleine Stückzahlen handelt, dafür aber auf höchste Druckqualität ankommt, beispielsweise das Drucken von Seriennummern oder Barcodes auf langlebige Produkte.

Weiterführende Links:
Ident24 – Leeretiketten für Thermodrucker
Etiketten & Aufkleber drucken Gratis Software

atelier

Mein kleines Atelier #1

In meinem letzten Blog-Eintrag habe ich davon berichtet, welche Fragen mich beim Kauf meiner Nikon D3200 DSLR begleitet haben. An dieser Stelle möchte ich einmal Taten sprechen lassen und ein paar Bilder zeigen, die sich in letzter Zeit bei mir angesammelt haben. In der Hoffnung bald mehr vorzeigbares Material zu haben, bildet dieser Beitrag einen von hoffentlich vielen aus der Reihe Mein kleines Atelier.
Viel Spaß beim Betrachten!

 

internet

Übermorgen – Internetkultur in der Offline-Welt

Es gibt 10 verschiedene Welten, die reale Welt und die virtuelle Welt. Und wir Menschen leben in beiden von ihnen. Facebook und YouTube gehören zu unserem Alltag dazu wie der Weg zum Supermarkt und das Abendbrot. Was aber, wenn sich diese Welten vermischen?

Oder ist es bereits die Verschmelzung zweier Welten, die wir beobachten können, wenn wir im Bus eine SMS schreiben und unseren Facebook-Status aktualisieren, lieber Textnachrichten versenden, als zu telefonieren und lieber telefonieren, als unseren eigenen Wohlfühlbereich zu verlassen und persönlich zu kommunizieren…?  Was geschieht mit uns, auf dem Grat zwischen worldwide web und der Realität? Unsere virtuelle Fassade wird zum Mittelpunkt unseres Lebens und der eigentliche Mensch reduziert sich auf die lebenserhaltenden Funktionen.
Wir sind online!
Wenn man uns ließe, würden wir ein Leben wie in Disneys Tron führen. Kein Hunger, kein Durst und keine Müdigkeit. Dafür grenzenloser Informationsfluss – was für ein Tausch! Betrachten wir die virtuelle Welt nun als ein komplexes Ökosystem, in dem ein jedes Lebewesen seine Nische findet, so müssen wir auch die Zugehörigkeit eines jeden sich in der virtuellen Welt bewegenden Menschen zu einer der immer stärker werdenden Szenen annehmen. Jedoch hat sich in meinem Gedankenspiel auch der Szene-Begriff gewandelt.
Während die Mehrheit heutzutage in Menschen, die sich in Szenen beheimatet fühlen, noch Abtrünnige der großen Weltgemeinschaft sieht, die sich aufgrund einer bestimmten Lebenseinstellung, einer bevorzugten Musikrichtung verbunden mit einer Art, sich zu kleiden oder einem gemeinsamen Hobby sehen, spreche ich von Abspaltungen in jeder nur erdenklichen Form. Gehört man einer an, so spielt der Toleranzgedanke keine Rolle mehr. Man bleibt unter sich: Viel zu fremd und  beängstigend wirken auf einmal alle anderen.
Schon ein wenig merkwürdig sich das so vorzustellen, oder? Auf die Spitze getrieben hat die Idee das Format Übermorgen.TV. Was denkt ihr darüber?

slam

Ars Poetica – Ein Dichter kommt selten allein

Stimmt. Will man einen Poetry Slam veranstalten, braucht man gut und gern eine Hand voll Poeten, die ihre Texte vor einem begeisterungsfähigen und aktiven Publikum präsentieren. Poetry Slam (poetry= Poesie, to slam = zuknallen, jmd. heruntermachen) ist eine Form des Dichterwettstreits, die erstmals in 1986 in Chicago durchgeführt wurde. Ab Anfang der 90er Jahre verbreitete sich der Poetry Slam in der ganzen Welt. Heute werden in vielen Ländern regelmäßig Slams und sogar Slam-Meisterschaften durchgeführt; Slam-Poeten sind fester Bestandteil der jungen Kultur.

Wer slamt?

Häufig darf sich vor einem Slam jeder, der am Wettbewerb teilnehmen möchte, in eine offene Liste eintragen. Allerdings gibt es auch Veranstaltungen, auf denen vom Veranstalter geladene Gäste gegeneinander antreten.

Wo wird geslamt?

Meist auf einer Bühne. Und wenn keine Bühne da ist, stellt man sich halt so vor das Publikum.

Wie wird geslamt?

Die Poeten tragen in zufällig bestimmter Reihenfolge ihre Beiträge vor. Dabei steht ihnen ein Zeitkontingent von meist 6 Minuten zur Verfügung. Sie dürfen keine Requisiten wie Instrumente oder Verkleidungen verwenden. Es zählt einzig und allein das gesprochene Wort und die dazugehörige Performance. Auch Singen ist nicht erlaubt.

Eine gute Performance zeichnet sich durch lebhaften, sicheren Vortrag aus, wobei Gedichte meist auswendig vorgetragen, Texte jedoch gelesen werden.

Die Beiträge müssen selbst geschrieben sein und sind so verschieden wie die Slammer selbst: ernst, lustig, melancholisch, wehmütig, wütend, verzweifelt, drastisch, ironisch, hysterisch, kritisch oder albern. Erlaubt ist, was gefällt. Ungern gehört werden Fäkalsprache und Schmähtexte gegen Einzelpersonen, etwa andere Slammer.

Beliebt hingegen sind beispielsweise Texte mit politischem Inhalt und den Themen Liebe oder Gesellschaft.

Wer gewinnt?

In Deutschland ist es sehr verbreitet, dass der Gewinner von den Zuschauern bestimmt wird. Die gängigsten Methoden zur Findung des Sieges sind die Messung des Applauses oder das Hochhalten von zufällig im Publikum verteilten Punktekarten von eins bis zehn. In Amerika wird oft auch eine fünfköpfige Jury eingesetzt.

Die Beliebtheit von Poetry Slam hat seit seiner Etablierung in Deutschland stetig zugenommen. Immer mehr Menschen, meist u30, begeistern sich für diese neue Form der Poesie. Gründe dafür sind wahrscheinlich vor allem die Aktualität der Themen, der Facettenreichtum und  die lebhafte, interaktive Stimmung auf den Veranstaltungen. Poetry Slam macht Spaß, ob als Slammer oder als Zuschauer, und lässt langsam aber sicher ein völlig neues Sprachgefühl entstehen.

Es gibt bereits viele namenhafte Slampoeten. Hier eine kleine Liste liebevoll ausgewählter sehr guter Beiträge, die es sich zu gucken lohnt, wenn man sich ein Bild davon machen will, was einem auf einem Slam erwartet:


Sulaiman Masomi
mit „Ein Kanacke sieht rot“ – Angucken, kranklachen!

Sebastian23 mit „online sein“ im WDR Fernsehen. Nebenbei bemerkt: herrlich, wie er den Moderator auf die Schippe nimmt!

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doof_it_yourself

Das Geheimnis glücklicher Kinder

Dumm, dreist und fett – sind wir wirklich so bescheuert?

Man möchte es annehmen.  Von allen Seiten prasseln die erschütternden Nachrichten auf uns ein:  Jugendliche, die ihre Mitschüler erpressen und alte Damen berauben, 1,90m große 15-jährige Kerle, die ihre Mutter verprügeln und ganze Cliquen, die Kaninchen bei lebendigem Leib an Kirchentüren nageln, halten die Welt in Atem.

Vor den Fernsehern lachen Pro7-Zuschauer über zitternde Grünschnäbel, die nicht mit ihren Computer-Entzug klarkommen und schütteln ungläubig mit dem Kopf, wenn Jana-Linea, 17, erklärt, sie verstehe gar nicht, warum sie sich einen Job suchen solle.

Ich gebe zu, all diese Tatsachen sprechen nicht gerade für meine Generation.  Auch mich beschämen sie, weil sie grausam, hirnrissig und nicht nachvollziehbar sind.  Manchmal fühle ich mich mitverantwortlich, häufig jedoch erwische ich mich dabei, wie ich mich äußerst abfällig, geradezu hämisch über meine Mitmenschen äußere.

Aha, wird es jetzt vielleicht heißen. Noch so eine. Sie ist schon gekippt. Ist sie nicht. Denn wenn ich etwas vermeiden möchte, dann ist es, in dasselbe Horn zu tuten wie ein Großteil der Generation vor mir.

Glaubt man dessen klugen Reden, ist den Kindern und Jugendlichen von heute nicht mehr zu helfen. Gar nicht früh genug kann betont werden, wie verkorkst wir sind; Pisa und die Supernanny sind in aller Munde. Alles, was meine Generation interessiert, ist Spaß in Form von Partys und Saufgelagen. Fernsehen und Zocken (am liebsten schießen wir stundenlang virtuelle Menschen tot) ist auch noch ganz lustig.  Richtig sprechen können wir schon lange  nicht mehr. „Tut mir voll sorry, Digga. Yo!“

Der Heranwachsende von heute wird permanent damit konfrontiert, was er alles nicht leistet. Eines meiner Hauptziele bei jedem Stadtbummel sind, seit ich denken kann, die großen Buchläden meiner Stadt. Will ich in meine Lieblingsabteilung, die Newcomer-Ecke, in der ausschließlich die Werke junger, vielversprechender Autoren ausliegen, muss ich am Bestseller-Regal vorbei. Was im Mai 2008 mit „Generation Doof. Wie blöd sind wir eigentlich?“ begann, wurde bis heute, August 2010 fleißig weitergeführt: „Niveau ist keine Hautcreme: Gepflegte Sprüche für alle Lebenslagen“, „Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen“, „Doof it yourself: Erste Hilfe für die Generation Doof“… Und die Buchtitel werden reißerischer:  „Warum unsere Kinder Tyrannen werden: Oder: Die Abschaffung der Kindheit“ fand ich persönlich besonders frappierend. Tyrannen also. Ihr mich auch! Gleich neben den Erziehungs- und Bildungsratgebern stehen die neusten Erkenntnisse darüber, wie man sich gesund ernährt und endlich sein Lebensglück findet.Klar, was soll man auch sonst vermarkten, in einer Gesellschaft aus fetten, dummen, schlecht erzogenen Trauerklößen?!

Ich sehe  ja ein, dass Probleme benannt werden müssen, wenn sie offensichtlich sind. Nur so kann gemeinsam an einer Lösung gearbeitet werden. Aber ist die heutzutage so gern angewandte Methode der Generalisierung nicht unfair dem beachtlichen Teil  junger Leuten gegenüber, die bemüht sind, einen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft zu leisten und bereits sehr konkret an Lösungen arbeiten? Manche unter ihnen härter als der selbst ernannte Experte, der bei „Brennpunkt“ schlau aus der Wäsche guckt?

Schon einige unsere Jüngsten engagieren sich in den Greenteams von Greenpeace. Später werden sie vielleicht versuchen,  über Amnesty International mithilfe von Protest-Briefen unschuldige Menschen auf Gefängnissen zu befreien.

Wir übernehmen Ehrenämter in der Jugendarbeit, nehmen erfolgreich an Jugend musiziert und Jugend forscht teil, debattieren und führen Planspiele durch. Wir treten Parteien bei und Demonstrieren für unsere Rechte. Wir erfinden völlig neue Kunstformen, Musikrichtungen und Tanzstile. Nebenbei wage ich zu behaupten, dass wir die fitteste Generation am Computer sind. Ist das alles denn so wenig wert, dass es nicht erwähnt werden muss?

Sicher nicht, aber es ist einfacher (und profitabler), über Missstände zu schreiben und sich an Büchern dieser Art eine goldenen Nase zu verdienen. Dann kann man sich nämlich zurücklehnen und beruhigt sein, seinen Teil zum gesellschaftlichen Leben beigetragen zu haben.

Wenn wir die Zukunft dieses Landes sind, dann sollte man sich auch für uns interessieren. Denn entgegen der weit verbreiteten Meinung vieler verfügen wir durchaus über eine Meinung, Interessen und Kultur. Wer uns nicht versteht, hört nicht richtig zu, denn wir sind sehr direkt. Und wer sich über unsere Halbstarken-Allüren und „die Jugend von heute“ beschwert, der möge sich doch bitte mal in seiner Generation umsehen. Wo können wir uns das bloß abgeschaut haben?

Wie wäre es denn, uns ab und an auch mal zu loben für das, was wir bereits leisten? Führende Erziehungswissenschaftler sind der Meinung, dass ein Kind für jeden Tadel, den es einstecken muss, fünf Mal gelobt werden sollte, damit es glücklich aufwächst.  Wenn das so ist, muss sich hier einiges ändern.

Am besten schaffen wir erst einmal diese ganzen Mecker-Bücher ab.  Sie werden nicht mehr gebraucht. Die Probleme sind bekannt und warten darauf, dass sie an der Wurzel gepackt und beseitigt werden.  Wer den Finger in die Wunde legt, der reinige und verbinde sie anschließend gefälligst auch. Und Scherben aufkehren nicht vergessen!

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Ego-Shooter gut fürs Gehirn?

Die Zeiten, in denen man Computerspiele per se verteufelte, sind vorbei. Niemand wird heute noch bestreiten, dass das Spielen am Computer sehr wohl auch positive Effekte hat. Nur in diesem Zusammenhang denkt man meist an komplexe Rollen- oder Strategiespiele, in denen es knifflige Rätsel zu lösen oder ausgetüftelte Taktiken anzuwenden gilt. Dass eine amerikanische Studie nun beweist, ausgerechnet die von den Medien so oft als Killerspiele schlechtgemachten Ego-Shooter hätten eine positive Wirkung auf das Gehirn, überrascht ein wenig.

Das Fazit der Studie ist deutlich: Geübte Spieler von Ego-Shootern können die verschiedenen Sinneseindrücke rascher verarbeiten und dadurch schnellere Entscheidungen treffen.

Im Versuch wurde eine Gruppe von Nicht-Spielern aufgeteilt: Die eine Gruppe spielte innerhalb der nächsten Wochen Rollen- und Strategiespiele, die andere Gruppe ausschließlich Shooter wie Counter-Strike, CoD, RtCW, Unreal Tournament. Die anschließenden Tests wurden von den Shooter-Spielern schneller absolviert, ohne deswegen mehr Fehler zu machen. Diese Verbesserung zeigte sich auch bei Spielern, die nach eigener Aussage Action-Spiele nicht leiden konnten. Eine verbesserte Wahrnehmung und die Fähigkeit, schneller Entscheidungen zu treffen, ist durchaus im Alltag nützlich. Man denke nur an so gewöhnliche Tätigkeiten wie Autofahren, bei der Sekundenbruchteile über Kollsionen entscheiden.

Aber was ist nun mit den Strategie-, Rollen- oder Lernspielen? Warum nützen die nichts? Nach Einschätzung der Wissenschaftler trainieren diese – im Gegensatz zu den Shootern – lediglich ein bestimmtes Muster. Man lernt einmal einen Lösungsweg und wendet diesen dann, nur leicht abgeändert, immer wieder an. Shooter hingegen sind unvorhersehbar und fordern jedes Mal aufs Neue heraus.

Soweit die amerikanische Studie. Meine Meinung dazu ist etwas kritischer. Die Teilnehmer des Versuches spielten nämlich 50 Stunden in der Woche – das ist alles andere als wenig. Über mehrere Wochen durchschnittlich 7 Stunden pro Tag vor dem Computer zu sitzen und einen Ego-Shooter zu spielen, stelle ich mir richtig anstrengend vor. Auch geht aus der Studie nicht hervor, wie lange die Probanden nach Beendigung des Versuches über eine schnellere Entscheidungsfähigkeit verfügen. Dieser positive Effekt ist sicherlich nicht dauerhaft. Ich stelle mir vor, nach einem Monat des Nicht-Spielens ist wieder alles beim Alten.

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Gewalt in Computerspielen – eine Gegendarstellung

Nachdem Fabian letzte Woche das Thema Gewalt in Computerspielen aufgegriffen hat, möchte ich nun auch zu dem Thema und im Besonderen zur angesprochenen Reportage von FrauTV, die der Aufhänger des Ganzen war, meine Meinung kundtun.

Für mich reiht sich diese Fernsehreportage nahtlos in die bisherige schlechte Berichterstattung über Computerspiele ein. Bei einer Sendung mit dem Namen FrauTV, dem Titel “Gewalt in Computerspielen gegen Frauen” und einer etwas älteren Dame vom Typus Oma als Expertin, dürfte die Zielgruppe ziemlich klar sein: Frauen, genauer gesagt: Mütter.

Ich bin stark dafür, dass sich Mütter mehr damit auseinandersetzen, was ihre Kinder so am Computer treiben. Aber das erreicht man immer noch am ehesten, indem in der Familie das Thema Gewalt & Computer offen angesprochen wird. Zudem finde ich es gut, wenn Frauen wie Regine Pfeifer sich tiefer mit dem Thema auseinandersetzen, Vorträge halten und aufklären wollen. Nur diese Sendung hingegen ist reine Panikmache und polemische Hetze, die Halbwahrheiten verbreitet, die Realität verzerrt und dem eigentlichen Problem gekonnt aus dem Weg geht.

Halbwahrheiten werden insofern verbreiten, als die in der Sendung gezeigten Spielausschnitte, welche in der Tat nur so vor Blut strotzen, aus den amerikanischen Uncut-Versionen stammen. Diese sind in Deutschland jedoch entweder ab 18 oder indiziert; dürfen also weder an minderjährige verkauft noch öffentlich beworben werden! Wahr ist hingegen, dass von diesen Spielen meist ebenfalls eine entschärfte „ab 16“-Version existiert – dann aber ohne Blut und mit weniger Gewaltdarstellungen.

Die gezeigten Spielszenen – Frauen abstechen, erschießen, quälen, usw. – passen ideal zur reißerischen Berichterstattung, sind aber völlig aus dem jeweiligen Spielkontext gerissen und vermitteln dadurch ein falsches Bild, was Fabian schon in seinem Artikel herausgearbeitet hat. Das Thema “Gewalt in Computerspielen” ist anscheinend schon zu alt, um damit noch für Aufregung zu sorgen, also legten die Redakteure noch einmal nach und machten kurzerhand “Gewalt gegen Frauen in Computerspielen” daraus, um wieder ein paar Zuseher vor den Fernseher zu locken.

Ich will Gewalt nicht verharmlosen, schon gar nicht gegen Frauen. Fakt ist jedoch, dass Gewalt an sich ein Thema ist, das viel zu wichtig, viel zu weitreichend ist, um es nur auf Computerspiele oder gar nur auf Frauen zu beschränken. So wird man das Problem nicht lösen. Es fängt bei der lächerlichen Berichterstattung so mancher Zeitungen an, geht weiter beim Fernsehen, dessen Inhalte vermehrt auf Unterhaltung durch Gewalt ausgelegt sind, geht weiter bei Musik à la “Frauenarzt”, Kinofilme, wo Goreschocker wie “Saw” und “Hostel” gerade boomen, und endet über lange Sicht bestimmt nicht bei den Computerspielen. Gewalt in den Medien ist ein Phänomen unserer Zeit; sie ist omnipräsent, weil sie die Nachfrage danach nicht stagniert. Um hier etwas zu verändern, sollte sich jeder selbst einmal im Stillen fragen, warum er so etwas konsumiert und ob es wirklich nötig ist, sich täglich von allen Seiten mit Gewalt berieseln zu lassen.

Auch der Jugendschutz ist, wie er hier in der Reportage aufgegriffen wird, wie immer so ein leidiges Thema. Zwar existierten Gesetze, um Heranwachsende zu schützen, diese seien aber angeblich so einfach zu umgehen, dass sie wirkungslos wären. Das wird nicht nur im Bezug auf Gewaltspiele oft so behauptet, sondern lässt sich allgemein auf fast jede Altersbeschränkung übertragen: sei es nun Alkohol, Tabak, Pornografie oder was auch immer. Wer sonst, wenn nicht die Eltern, sind hier in ihrer Aufsichtspflicht gefragt? Der Überwachungsstaat?

Wir sind eine Generation, die sich glücklich schätzen kann, Krieg und Terrorismus nie persönlich miterlebt zu haben. Auch wenn uns die Medien durch einseitige Berichterstattung über Amokläufer, missratene Familien in Talkshows, usw. vom Gegenteil überzeugen wollen – die Wahrheit ist doch, dass wir im Moment in einer Gesellschaft leben, die so gewaltlos ist, wie schon lange nicht mehr.
Im Anbetracht dessen kann ich es ruhigen Gewissens verkraften, dass die Gewalt in den Medien so zugenommen hat – solange sie sich auch wirklich nur auf die Medien beschränkt. Weiterlesen

ich bin zehn Meter vorm Fitnessstudio falsch abgebogen und im Internet gelandet!